Bahnhof Zug
Brandschutz Atrium und Dachsanierung

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Die VKF-Normen haben sich seit Inbetriebnahme des heutigen Bahnhofs 2003 massgebend verändert. Bis Ende 2020 muss daher eine Lösung zum Brandschutz im 20 m hohen Atrium vorliegen. In enger Zusammenarbeit mit Spezialisten und Behörden werden verschiedene Szenarien im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit geprüft. Schliesslich wird folgendes Konzept gewählt: Über alle Geschosse schützt neu ein innerer und äusserer Sprinklerstrang die Glasfassaden gegen das Atrium, damit diese einer Brandabschnittsbildung gleichgestellt werden können. Die Kapazität der bisherigen Wasserzuleitung reicht nicht aus für diese Sprinklerergänzung, so dass eine neue Sprinklerzentrale samt neuem Wasseranschluss auf der Nordseite des Bahnhofs errichtet werden müssen.
Gestalterisch sollen die Eingriffe so zurückhaltend wie möglich erscheinen. Eine spezielle architektonische Massnahme ist im 4. Obergeschoss nötig, da dort keine Rückstauelemente vorhanden sind, welche die zur Auslösung der Sprinkler notwendige Hitze am Entweichen durch das Glasdach hindern. In einer ruhig durchlaufenden, verkleideten Metallkonstruktion kann eine selbstverständliche Lösung gefunden werden.

Um die diversen Undichtigkeiten im Flachdachbereich zu beheben und die Gebäudehülle thermisch besser auszurüsten, wird die Sanierung der Flachdächer Hauptdach und Technikgeschoss angegangen. Dieser Auftrag hat keinen direkten Zusammenhang mit den Brandschutzmassnahmen, profitiert aber von den Synergien in der Bauleitung.
Die Gefällsverhältnisse werden mit der Aufdoppelung der Dänmmung verbessert, und die Dachflächen erhalten durch Sekuranten und Stahlseile Absturzsicherungen nach heutigen Anforderungen. Die Sichtbetonbrüstungen sind zu wenig hoch für eine normgerechte Sicherung ohne Zusatzelemente. Die äussere Erscheinung wird in keiner Weise verändert.

Die Nachbarprojekte Entsorgung Bahnhof Zug und neue Wärme- und Kälteversorgung (Circulago) müssen mit unseren Massnahmen getaktet werden. Dadurch können bedeutende Synergien gewonnen werden im Bereich Baustellenlogistik, Grabarbeiten und Behinderungen der Kundenströme. Auch können nur so Flächenrochaden erfolgreich abgewickelt werden.
Unter Betrieb mit einem hohen Anteil an Nachtarbeit werden die Hauptarbeiten zum Brandschutz innerhalb von 3 Monaten ausgeführt. Die Koordination und Kommunikation mit Nutzern und Unternehmern ist sehr aufwändig. Die Leitungsführung tangiert in den Obergeschossen in allen Zugangsbereichen die Kühldecken und die darüber liegenden Installationen. Weitere Konflikte mit Leuchten, BMA-Meldern und diversen Mieterausbauten gilt es situativ zu lösen.

Bahnhof Zug, Bahnhofplatz 1, 6300 Zug

Bauherrschaft / Auftraggeber:
SBB AG, Immobilien Bewirtschaftung,
Projekt- und Baumanagement, Vulkanplatz 11, 8048 Zürich

Objektgrösse:
Fassadenfläche Brandschutz   2'600 m2 
Dachfläche                                  1'000 m2 Hauptdach, 265 m2 Techikgeschoss

Bauzeit und Bausumme:
2018 - 2021 / Brandschutz 1.54 Mio.; Dachsanierung 325'000

Planungsteam:
HHM Zug, Elektroplanung und Brandschutz
Abicht AG Zug, Sprinkler- und Sanitärplanung
Ingenieurbüro Götschi Zug, Fachstelle Brandschutz

Generalplaner Kamm Architekten:
Marlise Voegelin PL
Thomas Zeidler BL

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